1909 – In Nürnberg fand der erste deutsche Richtertag statt,
in Berlin führte die Deutsche Reichspost mittels Postschecks den
bargeldlosen Zahlungsverkehr ein, mit Tel Aviv wurde die erste moderne
jüdische Stadt auf dem Gebiet des späteren Staates Israel errichtet und
in Schönaich gründete Bäckermeister Otto Vetter die Brot und Feinbäckerei
Vetter als erste Bäckerei ohne Nebenerwerb im Ort. Gebacken wurde
damals vor allem Brot. Nur zum Wochenende gab es Weißbrot Brezeln
und Laugenwecken. 
 
Otto Vetter

Der aus Aidlingen stammende „Vetter-Bäck“ betrieb seine Geschäfte gemeinsam
mit seiner Frau Katharina. Das Paar bekam drei Kinder. Der erstgeborene Sohn
erhielt nicht nur den selben Vornamen wie sein Vater, Otto, sondern wählte später
auch den selben Beruf. Bevor es jedoch so weit war, galt es die Kriegsjahre
1914 bis 1918 zu überstehen. Otto Vetter senior wurde Soldat. Für die erste
Schönaicher Bäckerei bedeutete dies vorwiegend geschlossene Türen.
Ehefrau Katharina konnte den Betrieb nur eingeschränkt weiterführen
 
Katharina Vetter
Erst nach der Rückkehr des Vetter-Bäcks wurden wieder Brote und Brötchen
im Vollbetrieb gebacken – allerdings zunächst unter schwersten Bedingungen,
denn der Rohstoff Mehl war knapp.
Die Zeit Otto Vetters junior begann. Mit 13 Jahren trat er in die mehligen
Fußstapfen seines Vaters und backte seine ersten eigenen Brezeln.
14jährig, im Jahr 1923, erlernte er schließlich das Bäckerhandwerk in
Möhringen, ging, wie es damals üblich war auf Wanderschaft und besuchte
die Konditoreifachschule in Stuttgart. Danach arbeiteten Vater und Sohn
gemeinsam in der Bäckerei, Mutter Katharina im Laden. Gemeinsam
erlebte die Familie die schweren Nachkriegsjahre dennoch gelang es
ihnen den Familienbetrieb im Schönaicher Alltag zu etablieren.
 
Das Hauptgeschäft im Jahr 1909